Der Schönheitschirurg - "Die Spreu vom Weizen trennen"

Was ist „ästhetische Chirurgie“?

Vereinfacht kann man sagen: es ist die Chirurgie, die sich mit der Schönheit des Menschen auseinandersetzt. Sie wird auch oft als Schönheitschirurgie oder Plastische Chirurgie bezeichnet.

Sie entwickelte sich aus den verschiedenen konventionellen chirurgischen Fachrichtungen und erfordert vom Arzt fundierte Kenntnisse.  Diese Kenntnisse betreffen die verschiedenen anatomischen Gesichts- und Körperregionen, als auch hochspezialisierte Operationstechniken.

Gründe für den Besuch beim Schönheitschirurgen

Die Beweggründe von Patienten, die Sprechzimmer von „Schönheitschirurgen“ aufzusuchen, liegen meist in dem Wunsch nach einer Harmonisierung gewisser Gesichts- oder Körperteile. Es sind zum Beispiel Menschen, die schon seit Ihrer Kindheit an angeborenen Entstellungen litten, wie abstehende Ohren und Höckernasen, oder den Wunsch nach einer Brustverschönerung oder eine erschlaffte Körperpartie wieder straffer
haben möchten. Andere möchten einfach frischer auszusehen da sie sich körperlich jünger fühlen, als sie sind. Und wieder andere streben nach der Korrektur von Deformierungen, entstanden nach Tumorentfernungen

Die "Spreu vom Weizen trennen"

Medienberichte mit Schreckenszenarien, bei denen Patienten durch ästhetische Operationen entstellt und geschädigt wurden, führen dazu, dass der Rat suchende Patient hinterfragt ob der entsprechende Arzt, bei dem er sich eventuell behandeln lassen möchte, auch wirklich ein „Schönheitschirurg“ ist. Zu Recht!
Welcher Arzt ist denn eigentlich ein „Schönheitschirurg“? Nach der Liste der Facharztdisziplinen von operativ tätigen Ärzten gibt es nämlich gar keinen solitären Facharzt für Schönheitschirurgie.

Der Titel „Schönheitschirurg“, der auf vielen Visitenkarten platziert wird, ist demnach irreführend, weil er nicht geschützt ist.
Jeder Arzt kann sich im Prinzip so nennen und Schönheitsoperationen durchführen. Betrachtet man die unendliche Fülle von Inseraten auf den Suchmaschinenseiten, so muss jedem Suchenden klar werden, dass hier etwas nicht stimmt.

Ärzte, die Schönheitsoperationen durchführen, stammen aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen. So werden zum Beispiel ästhetische Eingriffe am Gesicht durch Fachärzte für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Fachärzte für Kiefer- und Gesichtschirurgie, Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten und Fachärzte für Chirurgie durchgeführt.

Die Entwicklung neuer Techniken innerhalb der Schönheitschirurgie erfuhr in den letzten Jahren, fächerübergreifend, durch intensive Forschungen, extreme Fortschritte. Woher soll nun der ratsuchende Patient wissen welcher Arzt für ihn der richtige ist?

Qualifikation

Welcher Schönheitschirurg ist wirklich qualifiziert und arbeitet seriös mit den neuesten Erkenntnissen aus der Forschung und nach bewährten Standards? Um das zu klären, helfen die Standesorganisationen der verschiedenen Fachbereiche, bei denen die jeweiligen ästhetischen Operationen im Ausbildungskatalog definiert sind. International haben sich zudem Ärzte, die „Schönheitsoperationen“ durchführen, in Gesellschaften/Vereinigungen zusammengeschlossen, um sich regelmässig fachlich auszutauschen und die hohen notwendigen Qualitätskriterien zu erhalten.

Fachverbund und Interdisziplinarität

Dieser, auch fächerübergreifende, Austausch ist sehr wichtig und wird häufig schon in der universitären Ausbildung gepflegt. Jede Spezialität hat ihre Besonderheiten und alle Beteiligten können voneinander lernen um den Patienten die bestmögliche Behandlungsstrategie anbieten zu können. Dies dient letztendlich der Sicherheit und dem Wohle der Patienten.

Mitgliedschaften in nationalen und internationalen Gremien

Hat der Patient für sich einen „Schönheitschirurgen“ gefunden, so kann ihm die entsprechende Standesorganisation oder Gesellschaft/Vereinigung, bei der der Arzt Mitglied ist, bestätigen, dass er an der richtigen Adresse ist. Damit besteht für jeden Patienten auch die Möglichkeit einen unqualifizierten Arzt, der sich als „Schönheitschirurg“ bezeichnet, rechtzeitig zu erkennen.  In der Schweiz zeigt zudem das Gütezeichen FMH die Qualifikation des Arztes. Jeder der sich Schönheitschirurg, oder Plastischer, Rekonstruktiver und Ästhetischer Chirurg nennt sollte im Titel die Buchstaben FMH enthalten, sonst ist er oder sie kein richtiger Facharzt.  Auch zeichnet sich ein qualifizierter Facharzt durch Mitgliedschaften in internationalen und nationalen Fachgesellschaften der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgie aus.

Weiterbildung

Um den „suchenden“ Patienten dabei zu helfen hat deshalb zum Beispiel die Schweizerische Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie (SGPRAC) einen eigenen Patientenratgeber herausgebracht. So wurde im September 2012  zudem von mehreren Mitgliedern der SGPRAC die Schweizerische Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie (SGÄC) gegründet. Diese neue Gesellschaft hat unter anderem zum Ziel die
universitären Ausbildungdstandards für die „Schönheitschirurgie“ mitzugestalten und damit zu gewährleisten. Es werden nur Mitglieder aufgenommen, die die notwendigen Qualitätskriterien erfüllen. Damit soll dem„suchenden“ Patienten das höchste Mass an Qualität und Sicherheit bei der Arztwahl gegeben werden. Jedes Mitglied ist zudem nachweisbar verpflichtet sich regelmässig auf ästhetisch-chirurgischen Fachkongressen
und Kursen weiterzubilden. Dies hält den nötigen Qualitätsstandard. Natürlich gehört dazu  selbstverständlich auch das Selbststudium eines jeden.